Die SPD neu denken.

SPD++

Die SPD steht, wie viele sozialdemokratische Parteien in Europa, vor großen Herausforderungen, die sie zwingen, Grundsätzliches zu verändern. Die Sozialdemokratie muss sich auseinandersetzen mit:

  • dem Vertrauensverlust etablierter politischer Parteien und Institutionen bis hin zu einer Verachtung demokratischer Prozesse;
  • der Digitalisierung aller Gesellschaftsbereiche, die politische Prozesse und demokratische Willensbildung außerhalb und innerhalb von Parteien verändert;
  • Fragen der Eigenorganisation, da politische Parteien trotz hohem bürgerschaftlichen Engagement als unattraktiv gelten;
  • einer Spaltung der kulturellen Milieus innerhalb des Wählerklientels der Sozialdemokratie.

Wir sind davon überzeugt, dass die Organisationsfrage für die SPD bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine entscheidende Bedeutung hat. 

Die SPD neu denken

Das Jahr 2017 hat der SPD und anderen linken Parteien in Europa gezeigt, welche Dynamik in der Mitgliederentwicklung innerhalb kurzer Zeit möglich ist. Wir wollen, dass die SPD diese Entwicklung dafür nutzt, ihre Mitglieder – vor allem die vielen neuen – einzubinden und entscheidungswirksam zu beteiligen. Die SPD muss ihre Instrumente interner Willensbildung modernisieren und öffnen. Das Beschreiten neuer Wege in der Partei darf nicht als Ausnahme sondern muss als kontinuierlicher Fortschritt betrachtet werden. Die SPD soll der Ort sein, an dem sich Menschen jederzeit – kurzfristig, langfristig, thematisch umfassend oder begrenzt – engagieren und Einfluss haben können. Die Partei muss dabei neue, digitale Formen der Beteiligung stärker nutzen und einbeziehen.

Politik im 21. Jahrhundert stellt neue Anforderungen an Organisation und Beteiligung. Die SPD ist die führende fortschrittliche Kraft dieses Landes. Sie wird dies nur bleiben, wenn sie ihre Strukturen modernisiert. Es wird Zeit, die SPD neu zu denken.

Online-Partizipation

Wir wollen, dass sich SPD-Mitglieder in der Partei engagieren können, ohne zehn Jahre im Ortsverein die Kasse geprüft zu haben. Die aktuellen Beteiligungsstrukturen entsprechen nicht mehr den Lebensrealitäten vor allem jüngerer sowie beruflich und familiär stärker beanspruchter Mitglieder. Viele Genossinnen und Genossen wollen sich nicht nur in den klassischen Strukturen organisieren. Es müssen dezentrale, ortsunabhängige Alternativen wie Online-Themenforen geschaffen werden, die gleichberechtigt mit klassischen Strukturen behandelt werden. Das bedeutet ein Aufbrechen des Ortsprinzips in den Fachgremien der Partei.

Vielfältiger

Wir wollen die SPD partizipativer, offener und vielfältiger in Bezug auf Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Jüngere machen.

Mehr Frauen

Wir wollen, dass mehr Frauen an entscheidende Positionen kommen können und ihre Arbeit einflussreicher und sichtbarer wird. Obwohl viele engagierte Frauen in der SPD sind und auch öffentliche Ämter bekleiden, ist die Partei nach wie vor männlich dominiert – insbesondere ab der mittleren Funktionärsebene. Die SPD muss noch weiblicher werden.

Potentiale nutzen

Wir wollen, dass sich Jede und Jeder thematisch einbringen kann – denn wir sind davon überzeugt, dass wir in unserer Partei großes Potenzial an Fähigkeiten und Kenntnissen haben, das nicht genutzt wird.

Mehr Durchlässigkeit

Wir wollen, dass Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger einfacher wirksam mitmachen und Verantwortung übernehmen können. Die SPD benötigt mehr Durchlässigkeit und vielfältigere Beteiligungsmöglichkeiten für neue Mitglieder.

Alle entscheiden mit

Wir wollen, dass nicht nur Akademikerinnen und Akademiker politische Debatten und Strukturen gestalten, sondern auch Menschen ohne akademischen Abschluss ihren Beitrag und Sichtweisen einbringen können und sich als wichtigen Teil der Partei verstehen.

Wir brauchen deine Unterstützung!

Vielen Dank für dein Interesse an SPD++!

Wir wollen allen Mitgliedern und Gliederungen der Partei etwas Konkretes an die Hand geben, um die Partei vielfältiger zu machen. Wir wollen Strukturen verbessern oder gar schaffen, so dass Mitglieder besser einbezogen werden können. Dieses Anliegen ist wichtig und dein Einsatz freut uns sehr!

Unten findest du Musteranträge zu den Themen, die uns gemeinsam bewegen. Mit einem einfachen Klick kannst du dir deine Antragsmappe zusammenstellen. Nimm diese Anträge mit zu der nächsten Sitzung deiner SPD-Gliederung vor Ort und wirb für eine Mehrheit! Du kannst die Anträge individuell und je nach Interesse zusammenstellen. Nach dem Download findest du nochmals alle Hinweise zum Verfahren übersichtlich auf einer Seite dargestellt.

Unser Ziel ist eine breite Debatte auf dem Bundesparteitag der SPD im Dezember 2017. Der Antragsschluss für den Parteitag ist bereits der 6. Oktober um Mitternacht. Aber auch danach wird es möglich sein, die Anträge initiativ über deine Delegation zu stellen.

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Gliederungen machen bis jetzt mit.

Online-organisierte Themenforen

Jedes Parteimitglied soll sich unbürokratisch in einer festgelegten Anzahl an Online-Themenforen beteiligen können. Dazu werden Themenforen zu verschiedenen Politikbereichen (z. B. Arbeit, Umwelt, Digitales) eingerichtet. Die Online-Themenforen sollen nicht nur die konkrete inhaltliche Sacharbeit an Texten ermöglichen. Vielmehr sollen diese auch der Vernetzung dienen, indem Online-Konferenzen, Chats, aber auch klassische Konferenzen vor Ort ermöglicht werden. Die Themenforen sind antragsberechtigt für den Bundesparteitag und stellen Delegierte für den Bundesparteitag, die innerhalb der Foren bestimmt werden.

Kultur der Gleichberechtigung

Wir müssen es als Partei schaffen, eine Kultur des Zusammenarbeitens und des gemeinsam Politikmachens zu leben, die für Frauen und Männer gleichermaßen attraktiv ist. Damit wir eine Kultur der Gleichberechtigung innerhalb der SPD verwirklichen können, formulieren wir klare Erwartungen an die Arbeit aller Genossinnen und Genossen, die in der SPD Verantwortung tragen, und machen ihnen Weiterbildungsangebote. Ferner wird der SPD-Parteivorstand beauftragt, einen Verhaltenscodex zu erarbeiten und den Gliederungen und Gremien zur Verfügung zu stellen.

Jugendquote

Unsere Partei muss jünger werden, um junge Menschen besser zu repräsentieren und um erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu machen. Wir fordern eine Jugendquote von 25 Prozent in den Führungsgremien der Partei. Ebenso soll es eine Verjüngerung der MandatsträgerInnen geben. Jeder fünfte Listenplatz muss an eine Kandidatin oder Kandidaten unter 35 Jahren vergeben werden.

Frischer Wind in den Strukturen

Wir wollen eine moderne SPD mit geringen Mitmach- und Gestaltungshürden. Da Delegiertenplätze oftmals über Jahre von denselben Mitgliedern eingenommen werden, fordern wir bei Neubenennungen 25% der Ämter und Plätze an Mitglieder zu vergeben, die diese Funktion bisher noch nicht in der Vorperiode ausgeübt haben.

Offenheit der Partei auf lokaler Ebene fördern

Ortsvereine sind die erste Anlaufstelle und das “Gesicht” der Partei. Um dem gerecht zu werden, tagen Ortsvereine parteiöffentlich. Lokale Sitzungen werden so organisiert, dass sie Menschen die Teilnahme bestmöglich erleichtern.

Einführung eines Ideenmanagement-Tools

Gemeinsam Innovativ: Die SPD entwickelt ein Ideenmanagement, indem jedes Mitglied Vorschläge einbringen kann um Abläufe und Kommunikation zu verbessern. Die Ideen werden gesammelt, in einem transparenten Prozess bewertet und auf Umsetzbarkeit geprüft.

Hauptamtliche Strukturen stärken

Mitglieder (und nicht nur die neuen) entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen in die Parteiarbeit einzubinden, benötigt Ressourcen, ebenso wie der kontinuierliche Blick auf Strukturen und Prozesse hinsichtlich ihrer Wirkung auf verschiedene gesellschaftliche Gruppen. Durch die Stärkung hauptamtlicher Strukturen erhalten alle Mitglieder einen Anlaufposten für maßgeschneidertes Engagement und das Thema Vielfalt spiegelt sich in der Organisationsstruktur als Gemeinschaftsaufgabe wider.

Bestandsanalyse der Mitgliederbasis

Wir setzen uns für eine Analyse der Mitgliederbasis durch den Parteivorstand ein. Hierbei sollen Berufe, Zeitbudgets und Fähigkeiten der Mitglieder abgefragt werden. Ziel ist es, die Entscheidungsgremien der Partei langfristig den Berufsstrukturen der Mitgliederbasis anzupassen und Fähigkeiten und Netzwerke der Basis bestmöglich einzusetzen.

SPD++ unterstützen

Wir freuen uns über jede und jeden, die SPD++ unterstützen möchten. Viel wichtiger ist jedoch, dass die o. g. Anträge bei euch in den Gliederungen diskutiert und gestellt werden.

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Nach dem Ausfüllen des Formulars wird eine E-Mail mit einem Bestätigungslink gesendet.